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Sauron, der Dunkle Herrscher, ist in jeder Hinsicht der Nachfolger von Morgoth, dem Schwarzen Feind.

Sauron war einer der zahlreichen Ainur, die vor Anbeginn der Zeit und des Raums von Eru Ilúvatar seinen Gedanken entsprangen. Er war wie alle anderen Ainur an der Ainulindalë beteiligt, jener Schöpfungsmelodie, welcher Ea, das Universum, entsprang. Sauron wurde zum Gefolge des Vala Aulë gezählt und war von seiner Art her einer der Maiar, der geringeren Mächte der Welt.

Bald schon geriet Sauron in den Bann von Melkor und wurde im Ersten Zeitalter sein mächtigster Diener und Statthalter. Nach der Niederwerfung Morgoths im Krieg des Zorns durch die Streitmacht der Valar versteckte sich Sauron jahrhundertelang in Mittelerde, obwohl ihm befohlen wurde, sich in Valinor dem Urteil der Valar zu unterwerfen und seinen Missetaten abzuschwören. Bald schon glaubte Sauron, dass die Valar Mittelerde wieder vergessen hätten und wurde wieder mutiger. Seine Absicht war ganz nach dem Vorbild seines Mentors und Lehrmeisters Morgoth die Herrschaft über Mittelerde an sich zu reißen, um alle Dinge nach seinem Belieben zu ordnen und die Kinder Ilúvatars zu beherrschen.

Sauron war Anfang des Zweiten Zeitalters noch dazu in der Lage eine beliebige, auch schön anzusehende Körperform anzunehmen. Verkleidet als Annatar, dem Herrn der Gaben, erschlich er sich das Vertrauen der Noldor von Eregion und erhielt Zugang zu ihrem Reich. Er wurde ein enger Vertrauter von Celebrimbor und verhalf ihm mit seinem reichhaltigen Wissen über die Verarbeitung der Materie von Arda zur Schaffung der Ringe der Macht. Doch Sauron betrog die Elben und schuf heimlich in Mordor den Einen Ring, mit dessen Hilfe er die Elben, die ihre Ringe der Macht trugen, zu beherrschen trachtete. Der Plan schlug fehl, weil die Elben seine Hinterlist im letzten Moment bemerkten, und Sauron überzog Mittelerde in den folgenden Jahrhunderten mit Krieg.

Den größten Teil des Zweiten Zeitalters beherrschte Sauron relativ unangefochten Mittelerde. Nur wenige Länder konnten sich seinem Einfluß entziehen, und erst, als die Númenorer anfingen, permanente Ansiedlungen und Kolonien in Mittelerde zu errichten, wurde Saurons Herrschaftsanspruch angefochten. Der letzte König von Númenor Ar-Pharazôn der Goldene führte Krieg gegen Sauron, und so groß war die Macht der Númenorer, dass es Sauron geboten schien, sich zu ergeben und als Geisel mit nach Númenor zu gehen. In den folgenden 60 Jahren gelang es ihm, die Gesellschaft der Númenorer, die sich in den vorangegangenen Jahrhunderten bereits in zwei verfeindete Fraktionen aufgeteilt hatte, vollständig zu pervertieren. Sauron konnte die offene Anbetung Melkors durchsetzen und Ar-Pharazôn in seinem Wahnsinn dazu anstiften, mit seiner ganzen Macht Valinor anzugreifen. Das Resultat war der Untergang von Númenor, in dem auch Saurons Körper vernichtet wurde.

Doch Saurons Geist kehrte nach Mordor zurück, wo er schnell wieder einen neuen Körper annahm, doch fortan konnte er nicht mehr schöne Gestalten annehmen, so dass er schrecklich anzuschauen war. Er rüstete zum Krieg gegen die Königreiche der Númenorer im Exil, und so kam es zur Letzten Allianz zwischen Menschen und Elben, die Saurons Untergang war und das Zweite Zeitalter beendete.

(Fortsetzung folgt)