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Reinkarnation im Sinne der Wiedergeburt einer Seele in einen neugeborenen Körper, gibt es in Mittelerde nicht. Wie wir aus Peoples of Middle-Earth (HoME XII) lernen, gibt es aber unter Zwergen und Elben zwei Phänomene, die leicht mit Reinkarnation verwechselt werden können.
Das Leben eines Elben soll nach dem Willen Eru Ilúvatars bis zum Ende der Welt andauern und sein Geist (fëa) an diese gebunden sein. Verstirbt der Körper (hröa) eines Elben, so wird dies als ein betrauernswertes Ereignis angesehen, das im Kern widernatürlich ist. Es heißt, dass der Geist des Verstorbenen in die Hallen von Mandos reisen muss, um dort eine vom Vala Mandos festzulegende Zeit zu verweilen, um von den Lasten der Welt geheilt und seinen zu Lebzeiten begangenen Sünden gereinigt zu werden. Ist diese Zeit abgelaufen, dann helfen die Valar dem Verstorbenen dabei, seinen Körper zu regenerieren. Es heißt, dass die Erinnerung eines Elben an seinen Körper in seinem fëa gespeichert ist, und somit ein reinkarnierter Elb exakt den gleichen Körper erhält, den er zu Lebzeiten hatte.
Als der Kontinent Aman und das darin liegende Land Valinor noch ein Teil der sichtbaren Welt war – das heißt vor dem Untergang von Númenor und der Umgestaltung der Welt – war es einem reinkarnierten Elben erlaubt, in sein Heimatland zurückzukehren, auch wenn es in Mittelerde lag und dieser somit Valinor wieder verlassen musste. Seit der Entrückung von Valinor ist dies jedoch nicht mehr möglich.
Unter den Zwergen heißt es, dass die Stammväter der sieben Zwergenstämme von Zeit zu Zeit als ihre eigenen Nachkommen zurückkehren. Über die Zwerge ist bekannt, dass ihre Körper dem natürlichen Verfallsprozess viel länger und andauernder trotzen, als jedes andere Lebewesen. Dies ist ein Grund für ihre lange Lebensspanne im Vergleich zu allen anderen sterblichen Rassen. Nun ist dies nicht so zu verstehen, dass es irgendeine Art von "Wiedergeburt" unter den Zwergen gäbe. Wird ein Zwerg getötet oder verstirbt dieser auf natürliche Weise, so kehrt er nicht zurück. Aber über die sieben Stammväter heißt es, dass ihre Körper in ihren Gräbern präserviert sind, und dass ihre fëar nur "rasten", um sich zu regenerieren. Von Zeit zu Zeit - und es heißt, dies geschehe vor allem dann, wenn das Königsgeschlecht keinen Erben produziert hat - erwacht der Körper des Königs zu neuem Leben und nimmt seinen angestammten Platz auf dem Thron ein, sowie seinen alten Namen erneut an. An seine früheren Leben erinnert er sich, wenngleich umso besser, je länger sie zurückliegen.
Über die Menschen ist nichts dergleichen bekannt, weder in Form der Rekreation des Körpers, noch der "Wiederauferstehung".
Quellenangabe: Peoples of Middle-Earth, HoME XII S.382-384
