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(nicht-kanonisch)
Die Haruze entwickelten sich als eigenständiges Volk in den ersten Jahrhunderten des Zweiten Zeitalters in harten Kämpfen gegen versprengte Diener Morgoths. Es heißt, daß die mächtigsten Diener Morgoths und Saurons ihre eigenen Schriftsysteme entwickelten. Es ist also wahrscheinlich, daß es auch schon im frühen Zweiten Zeitalter Menschenkulturen gab, die Schriftzeichen verwendeten. Die Haruze wiederum werden in den Quellen schon früh als zivilisierte Kultur beschrieben. Gleichzeitig ist es unwahrscheinlich, daß sie engere Kontakte zu den Elben hatten. Es ist also wahrscheinlich, daß die Haruze im frühen Zweiten Zeitalter eine eigene Schrift entwickelten. Wenn man Parallelen zu unserer Welt zieht, dann ist es wahrscheinlich, daß es sich um eine primitive Schrift handelt, die sich aus Symbolen/Sinnbildern/Piktogrammen entwickelte. Historische Beispiele dafür wären die Keilschrift oder die ägyptischen Hieroglyphen.
Im Zeitalter der númenorischen Kolonisation von Harnendor - also dem mittleren bis späten Zweiten Zeitalter - wird neben die Verwendung der angestammten Haruze-Schrift mehr und mehr das númenorische System getreten sein. Ich denke, daß die Tengwar und die Cirth im Handel und im Umgang mit den númenorischen Herrschern und Eroberern mehr und mehr die angestammten Schriftzeichen der Haruze verdrängt haben. Wahrscheinlich ist auch, daß die Haruze dazu gezwungen wurden im öffentlichen Leben Adúnaisch zu sprechen und zu schreiben, und daß die kulturelle Eigenständigkeit der Haruze mehr und mehr von den Númenorern bekämpft wurde. Schließlich könnte die Verwendung der Haruze-Schrift sogar unter Strafe gestellt worden sein, weil es Ausdruck von Rebellion gegen die Herrschaft Númenors darstellte. So könnte die angestammte Schriftsprache der Haruze schließlich fast ausgestorben sein und wurde nur noch von im Untergrund operierenden Kulten und Bünden verwendet. Da die Dominanz der Númenorer aber viele Generationen lang anhielt - sicher über 1000 Jahre - spielte das angestammte Schriftsystem der Haruze schließlich keine Rolle mehr im Alltagsleben. Das muß sich auch auf die gesprochene Sprache selbst ausgewirkt haben. Ich kann mir vorstellen, daß das traditionelle "Alt-Haruze" mehr und mehr durch ein "Mittel-Haruze", das sehr stark von Lehnwörtern und grammatikalischen Strukturen des Adúnaischen geprägt wurde, abgelöst wurde.
Mit der Befreiung von dem Joch der númenorischen Fremdbestimmung gegen Ende des Zweiten und dem Anfang des Dritten Zeitalters könnte folgende Entwicklung eingetreten sein: Die Haruze könnten sich in ihrer neu gewonnenen Freiheit und Unabhängigkeit auf ihre kulturellen Wurzeln rückbesonnen haben. Es könnte ein Zeitalter kultureller Blüte, einer Art "Haruze-Renaissance", eingetreten sein. Ich stelle mir vor, daß es früh im Dritten Zeitalter eine einzigartige Blüte von Haruze-Literatur gegeben hat. Spitze der Entwicklung war die Modifikation der Feanor-Tengwar durch den berühmtesten und bedeutendsten Dichter der Haruze namens __________ von Amrun. Er fügte neue Schriftzeichen zum Tengwar hinzu, um Speziallaute der Haruze abbilden zu können. Die Verbreitung der Neuerungen wurde durch die gebildeten Stadtmenschen, die Aristokratie, durch Haruze-Kulte und Gilden betrieben. Auf diese Weise wird trotz der weiterhin stattfindenden Fremdbeherrschung weiter Teile der Haruze durch Gondor, Umbar, Khand und andere Länder und Kulturen eine Einheit von Haruze-Schrift und Sprache hergestellt, die es nie zuvor gegeben hat. Nach über 2000 Jahren der Fremdbestimmung entwickeln die Haruze zum zweiten Mal in ihrer langen Gesschichte ihre eigene Schriftkultur.
Zum Zeitpunkt unserer Abenteuer ist diese Entwicklung seit über 1000 Jahren im Gange, und dies ist ungefähr die Zeit, in der sich das "Neu-Haruze" herausgebildet hat. Ältere geschriebene Texte sind für im 17. Jahrhundert lebende Haruze nur sehr schwer zu entziffern. Etwa so wie Mittelhochdeutsch für uns heutige Deutsche. Das Mittel-Haruze war sehr stark von Adúnaisch beeinflußt, und das Neu-Haruze ist demgegenüber eine fast eigenständige Sprache. Das Alt-Haruze des frühen Zweiten Zeitalters ist für heute lebende Haruze hingegen gar nicht mehr verständlich ohne eingehendes Studium.
Einige Haupt-Dialekte des Haruze:
- Amrûn-Haruze (auch "Hoch-Haruze" genannt; Amrûn als kulturelles Zentrum)
- Küsten-Haruze (Einflüsse der Sakalai, einem eigenständigen Küstenvolk)
- Arysis-Haruze (Einflüsse des Varadja der Variags von Khand)
- Chelkar-Haruze (Einflüsse des Varadja und der Sprache der Nurniags von Nurn/Mordor)
