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(nicht-kanonisch)

Inhaltsverzeichnis

Allgemein

Die Zugehörigkeit zur gondorianischen Bürgerschaft ist neben dem Königtum (erste Säule) und dem Bund mit Uinen die dritte Säule der Geheiligten Ordnung, welche das politische Leben und die Ränkespiele der Macht in Gondor bestimmt.

Als juristisches Konzept hat die Bürgerschaft seine Ursprünge in den altertümlichen Gesetzen von Númenor (Q. Namnar Númenórëo), die das Verhältnis der Dúnedain zu Eru Ilúvatar, dem König und untereinander festlegten. Ursprünglich waren diese Gesetze nicht festgelegt, sondern nur durch die gemeinsame Langlebigkeit bestimmt. Später, im Zeitalter der Kolonisierung (nach ZZ 2000), wurde das Bürgerrecht sehr bedeutend, um zwischen Kolonisten und kolonisierten Völkern zu unterscheiden.

Geschichte

Das Konzept der Bürgerschaft zur Zeit der Pelargischen Liga

Zur Zeit der Pelargischen Liga (ZZ 2350 bis DZ 754) war das Bürgerrecht auf Menschen mit rein númenorischer Abstammung beschränkt. Da keine Tribute erhoben wurden und die Kosten der Kolonisierung von den Häuptern der führenden dúnadanischen Häuser gezahlt wurden, erwuchs aus dieser Beschränkung kein großes Konfliktpotenzial. Nach dem Untergang von Númenor und besonders nach dem Krieg der Letzten Allianz änderte sich dies jedoch schrittweise. Da jedoch alle Getreuen - auch die nicht-dúnadanischen Völker - zum Bund mit Uinen gezählt wurden, wurden die entstehenden Spannungen abgeschwächt. Dennoch begannen die Elite-Bürger Vorteile aus ihrer bevorzugten gesellschaftlichen Stellung zu ziehen, indem sie immer mehr Macht auf sich zogen. Als nach der Letzten Allianz die Zahl der reinblütigen Abkömmlinge der Númenorer immer weiter sank, sahen sich die Bürger immer weniger im Stande, die Bürde der Finanzierung öffentlicher Aufgaben zu tragen. Um diesem Umstand abzuhelfen erlaubte ein neues Gesetz des Rats von Pelargir der Führungsschicht unter den Vollbürgern die Eintreibung von Steuern und anderen Tributformen von Einwohnern ohne númenorische Bürgerrechte.

Diese Neuerung provozierte im Zusammenhang mit anderen Gesetzen, welche den Zugang zu den Bürgerrechten einschränkten, gewaltsame Reaktionen der einfachen Einwohner ohne privilegierten Status, besonders jedoch derjenigen, die aufgrund der neuen Gesetze ihre vormaligen politischen Rechte verloren hatten. Innerhalb kürzester Zeit war die Pelargische Liga in Aufruhr und die Angehörigen des Rats von Pelargir sahen sich bald außer Stande, die Konflikte zu lösen. Nach einem langen inneren Kampf war der Rat von Pelagir daher gezwungen, seine Macht an den König von Gondor zu übergeben.

Das Konzept der Bürgerschaft zur Zeit der Schiffskönige

Tarannon Falastur, der erste der Schiffskönige, weitete den Kreis der Bürgerschaft wieder auf all jene aus, die im Zuge der neuen Gesetze ihre Rechte verloren hatten. Außerdem wurde festgelegt, dass jeder, der wenigstens ein Achtel númenorischen Blutes in sich trug, also der beispielsweise unter seinen Urgroßeltern einen vollblütigen Dúnadan hatte, die vollen Bürgerrechte erhielt. Als die neuen Systeme der provinziellen und territorialen Organisation die alten konföderierten Strukturen der Pelargischen Liga abzulösen begannen, löste das Königshaus auch das Steuerprivileg der Bürgerschaft auf, so dass fortan nicht mehr nur Nicht-Bürger Steuern zu zahlen hatten. Fortan gab es eine universelle Steuer, die auf dem Wohnsitz innerhalb einer provinziellen oder militärischen Rechtsordnung beruhte.

Als Ergebnis dieser Reformen endete der Konflikt um den reinen Besitz der Bürgerschaft. Stattdessen wurde das Besetzen von Ämtern innerhalb der neuen politischen Hierarchie zur neuen Basis von Macht und Privilegien. Natürlich blieb die Zugehörigkeit zur Bürgerschaft Voraussetzung für das Besetzen der wichtigsten und höchsten der neu geschaffenen Ämter. Und trotz der rechtzeitigen Ausdehnung der Bürgerschaft durch die Schiffskönige zur Beilegung der Staatskrise war der Nutzen als Werkzeug zur Integration beschränkt. Denn das politische Prinzip der Bürgerrechte blieb abhängig von der Reinheit der Abstammung. Da aber andererseits die reinblütige Abstammung von Númenor im Schwinden begriffen war, war Gondor dazu verurteilt immerzu von dem Höhepunkt seines Glanzes unter der Herrschaft der Schiffskönige abzufallen.

Quellen

  • Southern Gondor: The People, Iron Crown Enterprises, Charlottesville 1996