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Barad Ecthelion ist eine Grenzfestung im östlichen Harondor an der Grenze zu Chelkar. Die Festung steht in der kleinen Stadt Neledhnín.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Gründung

Barad Ecthelion ist heute der östlichste Außenposten von Harondor. Die Festung wurde im 12. Jahrhundert, auf dem Höhepunkt der Herrschaft Gondors im Süden, errichtet, um die Kontrolle über den Oberlauf des Flusses Harnen zu erringen, die Ostmark vor eventuellen Angriffen aus Chelkar und Khand abzusichern und die Entwicklung und Besteuerung dieses Landstrichs zu sichern. Sie liegt sehr gut geschützt auf einem Felsplateau in den südlichsten Ausläufern des Ephel Dúath, des Schattengebirges. An der Stätte der Errichtung stand zuvor ein Tempel der Haruze, den die Gondorianer in ihrem Krieg gegen die Südländer niedergerissen haben. Die Haruze nannten den Ort früher Shalaz-Berin, den "Quell des Lebens". Der Name bezieht sich auf die drei Wasserquellen, die hier aus dem Erdboden hervorbrechen und sich in drei wunderschönen Wasserfällen und Sturzbächen in den Fluß Harnen ergießen. Shalaz-Berin war für die Haruze ein heiliger Ort und zugleich eine Pilgerstätte. Zudem war es ein Ort der Heilung, da sich hier aus dem vulkanischen Erdreich einige heiße und einige sehr kalte Quellen ergießen, ein Wunder der Natur, für das es bei den Haruze nur mythische Erklärungen gibt.

Nach der Errichtung von Barad Ecthelion, der Vertreibung der Haruze und der Zerstörung ihrer Ansiedlung an diesem Ort, siedelten sich einige wenige gondorianische Siedler an und gründeten ein Dorf namens Neledhnin (S. "Dreiwasser"), dessen Name sich auf die drei Quellen bezieht, die dem Fels entspringen. Auch die Gondorianer lernten die Wunder dieses Ortes zu schätzen und zu verehren. Sie glaubten, dass Ulmo oder seine Diener diesen Ort gesegnet hätten. Obwohl den Haruze über zwei Jahrhunderte verboten war, sich an dem für sie heiligen Ort anzusiedeln, besuchten sehr oft Haruze diesen Ort. Da Pilgertum verboten war, nicht jedoch der Handel, taten sie dies unter dem Deckmantel kommerzieller Aktivitäten. Außerdem siedelten sich viele Haruze im Umland des gondorianischen Außenpostens an.

Ausbau angesichts der Variag-Bedrohung

Die älteste Ausbaustufe von Barad Ecthelion umfaßte nur den Erker, doch im 14. Jahrhundert wurde die Festung aufgrund der Bedrohung durch Khand sehr klug und beinahe uneinnehmbar ausgebaut. Der einzige Zugang - abgesehen von einer waghalsigen Kletterpartie entlang der Steilwände - ist seit dem ein schmaler Felsgrat, der gerade breit genug ist, um einen kleinen Pferdewagen hinaufzusenden. Die Haruze erhielten im frühen 15. Jahrhundert die Erlaubnis, eine Karawanserei zu errichten, und damit wurde seitens der Gondorianer das Ansieldungsverbot für die Haruze faktisch aufgehoben. Bald war der Ort eine zentrale Durchgangsstation für den Handel mit den Tarbtümern von Chelkar und zudem lebte die Pilerei wieder auf, die aber von Gondor streng überwacht und mit Gebühren und Zöllen belegt wurde. Bald nannten die Haruze, die sehr schnell an Zahl die Gondorianer übertrafen, den Ort in ihrer eigenen Zunge Shalaz-Haím (Har. "Quell-Stätte"). Den Haruze wurde allerdings verboten, sich auf der obersten Ebene niederzulassen, aus deren Flanken zwei der drei Quellen entsprangen.

Barad Ecthelion im Gondorianischen Bürgerkrieg

Als in Gondor der Bürgerkrieg ausbrach, schloß sich Barad Ecthelion sofort dem abtrünnigen Castamir an, der Eldacar vom Thron stürzen wollte. Als Castamir seine Heere mobilisierte, zog beinahe die gesamte Besatzung der Festung in den Krieg. Die örtlichen Haruze jedoch hatten ihre Schmähungen durch Gondor nicht ganz vergessen und sie handelten hoch. Als Gegenleistung für die Entsendung eigener Truppen erhielten sie von Gondor die Erlaubnis, sich auch auf der obersten Ebenen von Shalaz-Haím niederzulassen und dort an der heiligsten Quelle ein Quellhaus zu errichten. Die Errichtung wurde größtenteils durch die gondorianischen Bestechungsgelder an die örtlichen Haruze für deren Teilnahme an dem Krieg bezahlt. Als Eldacar vernichtend geschlagen war und Castamir für kurze Zeit König war, ließen die örtlichen Haruze talentierte Architekten und feines Baumaterial aus Gondor herbeischaffen, die das beeindruckende Quellhaus errichteten. Das Haus nannten die Haruze Targ-Ash, die "Feste des Glaubens".

Barad Ecthelion im Einflußbereich von Umbar

Mit dem Ende des Bürgerkriegs wurde Barad Ecthelion nominell zu einem Außenposten von Umbar, dem sich die Provinz Harondor angeschlossen hatte. Doch faktisch nahmen die verbliebenen gondorianischen Besatzer bald das Verhalten von Raubrittern an. Umbar konnte nie eine feste Kontrolle über den entlegenen Außenposten etablieren. Der Herrscher von Barad Ecthelion, ein niederer Dúnadan namens Echod Ulfas, gründete hier seine eigene Dynastie von Herrschern, die immerhin fast 80 Jahre Bestand hatte. Erst im Jahre 1540, als König Aldamir und sein Sohn Vinyarion die abtrünnige Provinz Harondor ganz zurück erobert hatten, konnte die Ulfas-Dynastie gestürzt werden. Die Gondorianer mussten gar nicht viel dazu beitragen, denn Ulfas und seine Söhne hatten sich durch ihre tyrannische und blutsaugerische Herrschaftsweise bei allen Haruze und Gondorianern der ganzen Umgebung so unbeliebt gemacht, dass sie einen Aufstand anzettelten, sobald Vinyarions Heer in Sichtweite war.

Zum Dank gab Vinyarion den Haruze weitreichende Autonomie und Schutz vor gondorianischer Willkür. Er ließ jedoch Barad Ecthelion ausbessern und ausbauen und etablierte dort erneut eine Garnison, die jedoch kleiner war als frühere. Erstens musste Gondor seine Ressourcen auf den Kampf gegen Umbar konzentrieren, und zweitens gab es noch die Festung auf dem Nargil-Paß, die aufrecht erhalten werden musste. Doch die Besatzung von Nargil wurde noch stärker reduziert als die von Barad Ecthelion, da der Bewachung von Mordor seit Jahrhunderten nicht mehr eine so geringe Priorität zugemessen wurde, wie in den Jahren des Kriegs gegen Umbar, den tödlichsten Feind Gondors.

Blütezeit und Stagnation

In den folgenden Jahrzehnten prosperierte die Haruze-Gemeinde, während der gondorianische Einfluß stagnierte. Nachdem Umbar im Jahre 1634 seinen Großangriff auf Gondor startete, Pelargir plünderte und König Minardil erschlug, wurde die Garnison für kurze Zeit aufgestockt, um die Südprovinz Harondor vor dem Zugriff der fortan Korsaren genannten Menschen aus Umbar zu schützen. Als jedoch die Große Pest nur zwei Jahre später über das Land hereinbrach, schien die gondorianische Herrschaft im Süden beendet. Harondor brach in Chaos aus, und so auch Barad Ecthelion und die angrenzende Stadt Shalaz-Haím. Um die Herrschaft an der Grenze zu Chelkar zu sichern beschloß König Tarondor im ersten Jahr seiner Herrschaft die Auflösung der Festung von Nargil. Die Überlebenden von Nargil wurden mit den Überlebenden von Barad Ecthelion zusammen gelegt, die Festung auf dem Nargil-Paß wurde geräumt, alle Güter nach Barad Ecthelion gebracht. Damit entglitt Gondor die Kontrolle über den wichtigsten Paß nach Mordor, aber zumindest konnte man fortan noch den Verkehr aus der Ferne beobachten. Die einzige Alternative wäre gewesen, die Ostrenze ganz aufzugeben.

Seit sechs Jahren führt nun eine Rumpfbesatzung von zwanzig Soldaten, Offizieren und Dienern die Geschäfte von Barad Ecthelion. Die Kontrolle über Shalaz-Haím musste nach der Großen Pest vollständig in die Hände der Haruze übergeben werden. Seit diesen Ereignissen bilden die Bürger der Stadt bestehend aus Haruze-Stadtmenschen und Nachfahren von gondorianischen Siedlern einen Stadtrat, der über Handel und Wandel in der Region wacht. Barad Ecthelion übernimmt die militärische Absicherung des näheren Umlands und sammelt dafür einen Tribut von den Einwohnern der Region ein. Doch der militärische und justiziäre Einfluß Gondors war seit Jahrhunderten nicht mehr so gering wie heute. Nomadische und halbnomadische Räuberbanden treiben im weiteren Umland ihr Unwesen, und die Karawanen können nur mit der Hilfe von Söldnerkompanien, die sich schon vor der Großen Pest in Shalaz-Haím angesiedelt haben, jetzt jedoch eine wahre Hochzeit erleben, notdürftig abgesichert werden.

Die Bevölkerung von Shalaz-Haím sieht keinen guten Zeiten entgegen. Nur der Status der Siedlung als spirituelle Stätte und nördlichster Durchgangsstation der Südprovinz im Handelsverkehr zwischen Gondor und dem Osten verhindert, dass die Stadt inzwischen verlassen wurde.

Umland

Das Umland von Barad Ecthelion ist auch nach der Großen Pest dichter besiedelt als andere Teile der Ostmark. Dies liegt darin begründet, dass viele Haruze westlich des Harnen zu siedeln bevorzugen, weil sie hier von den Soldaten Gondors vor den politischen Instabilitäten Chelkars besser beschützt werden. Zwar sind die Abgaben und Tribute, die an Gondor zu entrichten sind, hoch, aber vielen ist es dies auch Wert. Die meisten Haruze in der Umgebung von Barad Ecthelion verdienen sich ihren Lebensunterhalt mit dem Anbau landwirtschaftlicher Produkte, hier vor allem Oliven. Es gibt weiter abseits im Hügelland auch viele Ziegenhirten, die halbnomadisch leben, doch fallen sie weniger ins Gewicht. Barad Ecthelion ist zugleich ein Umschlagsort für Handelswaren, die von Amon Eithel nach Chelkar und umgekehrt transportiert werden. Auf diese Weise entgeht manch findiger Überlandhändler den hohen Wegzöllen von Amrûn und der Korsaren von Gobel Ancalimon weiter im Süden und Südwesten.

Alles in Allem kontrolliert Barad Ecthelion einen Teil des Hügellands westlich von Imlad Carnen bis in Sichtweite von Kupsha und südlich auf halber Strecke bis nach Oud Ilaz. Im Jahre 1645 leben ca. 10.000 Haruze im Einzugsgebiet und Verwaltungsbereich von Barad Ecthelion. Hinzu kommt eine verschwindend Minderheit von ca. 1000 gondorianischen Siedlern und ethnischer Nachkommen von Siedlern. Diese Elite besitzt und bewirtet hauptsächlich die größten Gutshöfe, untersteht jedoch aufgrund ihrer Bürgerrechte als Gondorianer direkt der königlichen Justiz. Demgegenüber sind die Haruze rechtlich gesehen autonom und unterliegen ihrer Stammesjustiz. Jeder Haruze hat jedoch das Recht, die gondorianische Militärverwaltung im Streitfall zur Vermittlung und Rechtsprechung einzuschalten. Jenseits des direkten Einflußbereichs von Barad Ecthelion leben die nomadischen Eraguk, die hauptsächlich von Räubertum leben.

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